Mittagessen in Spanien – So funktioniert das „Menu del día“!

In Spanien isst man sehr spät zu Mittag

Man verabredet man sich in Spanien im Normalfall ab ca. 14.00 Uhr zum Mittagessen, manchmal ein bisschen früher, oft auch ein bisschen später. Planen Sie genügend Zeit für das Mittagessen ein – es handelt sich hierbei nicht um die schnellstmögliche Nahrungsaufnahme sondern um einen sehr wichtigen Bestandteil des Tagesablaufs.

Menu del día

In vielen Restaurants gibt es das sogenannte „Menu del día“, das sie oft vor dem Lokal mit Kreide gekritzelt auf einer Tafel finden. Im Normalfall wählen Sie zwischen 3-4 ersten Gängen und 3-4 zweiten Gängen, wobei meist auch ein Getränk und ein Nachtisch inklusive sind. Wenn der Kellner zur Aufnahme der Bestellung kommt, teilen Sie ihm zunächst das Getränk und die beiden Gänge mit (primero, segundo).

Nachtisch und Kaffee

Den Nachtisch („postre“) bestellen Sie, sobald Sie mit dem zweiten Gang fertig sind und der Tisch abgeräumt ist. Nach dem Nachtisch wird meist noch Kaffee bestellt, wobei es eher unüblich (aber natürlich nicht verboten) ist, einen Café con leche zu bestellen. Stattdessen tendiert man eher, wie in Italien, zum Espresso („café sólo“) oder zum „Cortado“, der schaumlosen Variante des Espresso Machiato.

Im Sommer können Sie ihren Kaffee auch „con hielo“ bestellen. Dann bekommen Sie neben der Espressotasse auch ein leeres Glas mit Eiswürfel, in das sie ihren Espresso umgießen können. Sollten Sie Zucker benutzen, verrühren Sie diesen noch vorher mit dem heißen Espresso in der Tasse.

In Spanien ist es üblich, dass entweder einer der Teilnehmer zum Essen einlädt, oder man den Rechnungsbetrag zu gleichen Teilen auf die Teilnehmer umlegt. Es findet niemals eine genaue Berechnung der konsumierten Speisen und Getränke je Teilnehmer statt.

Wie sind Ihre Erfahrungen? Habe ich wichtige Details vergessen? Ich freue mich über Ihre Kommentare und Verbesserungsvorschläge.

(Aufmerksame Leser haben es natürlich bemerkt: Das Fotos zu diesem Artikel muss ich noch auswechseln, da man in einer Pintxo-Bar normalerweise kein Menu del día isst.)

Kategorie SPANIEN & DIE SPANIER, Typisch Spanisch - Gepflogenheiten im Alltag

Acht Jahre nach meinem Erasmus-Aufenthalt in Valencia hat es mich 2011 wieder nach Spanien verschlagen. Dieses Mal jedoch beruflich für ein Medizintechnikunternehmen aus München. Seitdem reise ich kreuz und quer über die iberische Halbinsel und freue mich mittlerweile über eine Menge gewonnener Eindrücke, (Er)-kenntnisse und neuer Freundschaften. Ich freue mich über Feedback zu meinen Artikeln und veröffentliche auch gerne Gastbeiträge, die zum Thema passen.

1 Kommentare

  1. Jose-Manuel

    Moin
    Habe Ihre Webseite mit Interesse durchgesehen. Ich (halb-Baske mütterlicherseits) fahre seit ca. 50 Jahren nach Spanien bzw. Euskadi. Ihre Aussagen kann ich soweit bestätigen, nur das mit den Pintxos-tabernas hinsichtlich des menu del dia stimmt eher nicht. Die Wirte wollen Geld verdienen und reizen normalerweise alle Möglichkeiten aus. In Donostia/Bilbo gibt es mehr tabernas/bar mit Mittagstisch als man annehmen möchte. Sicherlich kommen noch andere Faktoren zum Tragen, aber da Essen im Baskenland gleich nach Atmen kommt, kann man auch Mittags für kleines Geld in kleinen Läden oft besser essen, als hierzulande beim Nobelkoch.
    Die Taberna „Nestor 1980“ auf Ihrer anderen Seite ist ganz o.k., besser ist aber ‚Bare Bare‘ (ehemals ‚Bernardo Etxea‘), ‚Aralar‘ und ‚Baztan‘ schräg gegenüber und auch ‚Portaletas‘. In Bilbao empfehle ich das ‚Aizari‘ in der Ledesma Kalea sowie das ‚Batzoki‘ in der Altstadt. Letzteres hat im Erdgeschoß die Bar mit richtig guten Pintxos und oben die Speisesäle. Es gibt auch bessere Lokale, die kosten aber auch deutlich mehr. Eigenlich kann man da fast überall hingehen. Agur

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